Samstag, 4. Juni 2011

Was würde Jesus dazu sagen?

Einen schönen, treffenden Artikel über das hypersozialkritische Mainstreamchristentum findet sich im European.
Der Artikel bezieht sich zwar auf die lieben BrüderInnen und SchwesterEr von der EKD, die an gar nichts mehr glauben, außer an den großen ganz doll lieben Friedefreude-Eierkuchen; allerdings ist die kritisierte Tendenz zum transzendenzfreien Politchristentum ja auch manchen katholischen Kreisen nicht fremd. Man sieht also deutlich, was bei aller reformeifrigen Anbiederung an den Zeitgeist herauskommt: völlig langweilige Entbehrlichkeit-man hat nichts mehr zu bieten, das es anderswo nicht origineller und authentischer gäbe. Soll also hinterher keiner sagen, man sei nicht gewarnt worden.

Montag, 25. April 2011

Ein paar Gedanken


Belehrung

Mir war schon aufgefallen, dass die kleine, alte Frau, die neben mir saß, von ihrem Rosenkranz abgelassen hatte. Ein Poster an der Wand hatte plötzlich all ihre Aufmerksamkeit. Mit einem strahlenden Lächeln sah zu mir herüber und sagte: „Das Bild lieb ich ja. Sehen Sie nur, is das net schön? Der heilige Joseph mit dem Kind, so schön! Den heiligen Joseph hab ich ja besonders lieb. Der hat mir so geholfen, als mein Mann gestorben ist, und später als meine Tochter auch gestorben ist. Und die Hostie hat der kleine Jesus auch schon in der Hand. Wie froh wir Christen doch sein können, dass wir die Sakramente haben.Aber ich will Sie net stören“ Ich wollte ihr versichern, dass sie nicht störte, als das Beichtzimmer frei wurde, und sie darin für eine ganze Zeit verschwand.
Ich fragte mich, was die wohl zu beichten haben könnte(räusper).Und ich freute mich, dass wenigstens der heilige Joseph stets ein offenes Ohr für sie hat.

Aussetzung

Die stille Anbetung ist ein Geniestreich: an fünf grölenden Grillparties vorbei, durch Horden von angetrunkenen Schülern hindurch-Biergartenwetter halt, man kann's gut verstehen,geht man mitten in der Nacht in eine Kapelle, um zwei Stunden lang vor goldenen Gefäßen unter einem verhüllten Kruzifix auszuharren. In aller Stille. Darauf muss man erst mal kommen, die Leute derart den Inhalten ihres Glaubens auszusetzen, wie dies hier und in der heiligen Woche überhaupt geschieht.
Ihnen vor Augen zu führen, dass es hier nichts zu sehen und zu begreifen gibt, sondern nur etwas zu glauben und zu betrachten.
So wie Er auf diesem Esel saß und an diesem Kreuz hing, so ist Er jetzt auch hier. Und das macht mich zu einem Teil der jubelnden Menge und des tobenden Mobs. Ich spucke Ihm ins Gesicht und reiche Ihm das Schweißtuch.So wie die Jünger zu wachen versuchten, so sitze ich jetzt bei Ihm( bzw. bin ganz bei meinen Augenlidern).Aber Er ist sich seiner Sache sicher. Ich zimmere Ihm ein Kreuz, und Er empfiehlt mich seiner Mutter.


Enthüllung

Hör auf zu glauben, dass Du siehst.






Sonntag, 10. April 2011

Bloggen oder nich Bloggen

Das ist hier die Frage. Ich dachte, irgendwie müsste es bei mir hier christlicher und nächstenlieber zugehn. Da mir zum um sich greifenden Memorandismus aber nichts Christliches einfiel, hab ich's lieber gelassen. Allerdings erreichte mich heute in der (zweiten ) Predigt eine gute Nachricht-entgegen allen Eindrücken, die man in letzter Zeit gewinnen musste:
Dialog ist nicht das achte Sakrament!
Ich folgere daraus, dass Dauernörgelei immer noch nicht als Nachweis besonderer Inspiration zu gelten hat. Schade nur, dass man für eine solche Erkenntnisse kostspielige, zeitaufwendige Zugfahrten auf sich nehmen muss- hinein ins talarbekleidete schröööckliche Mittelalter.
Manchmal ist's aber einfach nötig, um sich von der geballten, plüschbewehrten Banalität manches neuen Kirchenliedes zu erholen. Ihr wisst schon- Gott, der Rainbow-Warrior, der mit seinen kräftigen Händen uns immer und überall den Rücken stärkt, damit es auf der Welt ganz schön und gerecht zuzgeht; der eine Grillparty schmeißt mit Lagerfeuer, wenn wir die bösen Konzerne in Jesu Namen durch das Kaufen von Tazpresso im Kirchenladen in die Knie gezwungen haben. Ich beantrage in diesem Sinne die Aufnahme folgenden tollen Liedes über Gott ins Paderborner Liederbuchs- wenn Elton John das Imprimatur erteilt:



Je ne regrette rien würde theologisch natürlich auch passen.
Die schlechte Nachricht bleibt: wenn mir etwas vom Verkündigten unangenehm ist, muss ich mich wohl ändern.
War das jetzt christlich?

Montag, 8. November 2010

Polyglottes für die Blogoezese

Der Neue schreibt dreisprachig.

Freitag, 29. Oktober 2010

Und ich schreibe wie:

Friedrich Nietzsche


Hähä! Hol mich die Syphilis- ein Umwerter aller Werte muss heutzutage wohl katholisch sein.
(OK- ich gebe zu das Ergebnis Goethe empfand ich als unverschämte Anspielung auf  meine Geheimratsecken...)
Fällt so ein Test eigentlich unter "Eitelkeit"?

Wim Wenders: Film über Missbrauch?

Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem heiklen Thema ist aber nicht zu erwarten, schon gar nicht die für die täglichen Opfer dringend nötige Weitung des pathologisch fehlixierten Tunnelblicks der gleichgeschalteten "Kulturschaffenden" unserer Gesellschaft:

"Niemand kann in dieser Situation Sympathie für die Kirche empfinden. Es gibt keinen Grund, Verbrecher zu beschützen".

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Wann ist ein Mensch tot?

Der Frage ob, der allgemein anerkannte Hirntod, ein geeignetes Kriterium zur Feststellung des Exitus ist, geht ein hörenswerter Podcast des Deutschlandfunks nach. Darin sagt eine Mutter, die kurz nach der Bekanntgabe des Hirntodes ihres Sohnes,durch den Arzt zur Freigabe von dessen Körper aufgefordert wurde:

"Das ist eigentlich nicht die richtige Frage, weil es ganz eindeutig ist, wann ein Mensch tot ist. Das kann jeder erkennen. Die Frage ist nur, wie ist es möglich, dass man es plötzlich infrage stellt, dass wir plötzlich alle nicht mehr wissen sollen, wann man tot ist."

Ein Podcast, der sich der Frage widmet, warum man das Offensichtliche heute bei Bedarf zum Scheinbaren erklärt, wäre auch mal interessant.