Mittwoch, 23. Juni 2010

Das goldene Kalb

Das schöne am intellektuellen Dahindämmerns als unmündiger ,dem Wahn des Glaubens Verfallener ist, dass man sich tatsächlich nicht immer selbst den Kopf zerbrechen muss: irgendjemand hat in zweitausend Jahren schon was Kluges dazu gesagt, garantiert. In diesem Fall stammt das Kluge aus jüngerer Zeit:

"..Es ist Kult aus eigener Vollmacht. Wenn Mose zu lange wegbleibt und Gott selbst damit unzugänglich wird, dann holt man ihn eben herbei. Dieser Kult wird so zum Fest, das sich die Gemeinde selber gibt; sie bestätigt darin sich selbst. Aus Anbetung Gottes wird ein Kreisen um sich selber: Essen, Trinken, Vergnügen. Der Tanz um das goldene Kalb ist das Bild dieses sich selbst suchenden Kultes, der zu einer Art banaler Selbstbefriedigung wird.....Dann wird Liturgie allerdigs wirklich zu leerer Spielerei. Oder schlimmer: zu einem Abfall vom lebendigen Gott, der sich unter einer sakralen Decke tarnt. Aber dann bleibt am Ende auch die Frustration, das Gefühl der Leere. Jene Erfahrung der Befreiung stellt sich nicht mehr ein, die überall da Ereignis wird, wo wahre Begegnung mit dem lebendigen Gott geschieht.",

schreibt Benedikt XVI in "Der Geist der Liturgie". Da sage noch mal einer, die Kirche verstände ihre Schäfchen nicht.

Kommentare:

  1. Wirklich groß! Vielen Dank für den Gedanken.

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  2. Herzlichen Dank!
    Mensch, ich habe das Buch für längerer Zeit gelesen, da muß ich wohl noch einmal ran. Danke fürs Wachrütteln und die guten Gedanken.

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